Rückblick:

Religionspädagogischer Tag zum Thema "Inklusion"
am
Donnerstag, 16. Juni 2016 im PFL Oldenburg



Der Begriff „Inklusion“ ist in aller Munde. Auf der Basis des christlichen Menschenbildes ist die Religionspädagogik mit dem Anliegen eines gerechten, gemeinschaftsförderlichen Umgangs mit Vielfalt bestens vertraut. Bei der Umsetzung in die schulische Praxis fühlen sich Lehrkräfte dagegen häufig allein gelassen. Diese Gründe veranlassten die arp Oldenburg, die ARO Aurich und das RPM Bremen, eine religionspädagogische Tagung zum Thema „Inklusion“ zu organisieren.
Die Religionspädagogische Tagung zum Thema „Inklusion in der Religionspädagogik“ findet statt am Donnerstag, 16. Juni 2016, 9 Uhr bis 16.00 Uhr im PFL ,Peterstraße 3, Oldenburg und endet mit einem Gottesdienst in der Garnisonkirche, Peterstraße, Oldenburg.
Die Tagung versteht sich als ein Forum für eine „Religionspädagogik der Vielfalt“. Die Diskussion hierüber befindet sich noch in den Anfängen. Der Religionspädagoge Prof. Dr. Bernd Schröder, Göttingen, wird im Hauptvortrag einordnen, was noch unsortiert ist und Perspektiven für eine inklusive Religionsdidaktik vorstellen. Insbesondere praktische Hinweise soll die Tagung geben. In sechzehn Workshops werden Anregungen gegeben, wie Heterogenität als Chance für gemeinsames Lernen in Schule und Konfirmandenarbeit genutzt werden kann.

Am Vormittag beschäftigen sich die Workshops mit grundlegenden Themen der Inklusion: leichte Sprache, Diagnostik, Lernarrangements für die innere Differenzierung, Möglichkeiten für einen ressourcenorientierten Religionsunterricht
u. a.

In den Workshops am Nachmittag wird es noch unterrichtspraktischer. Vorgestellt werden inklusive Unterrichtsbeispiele und Methoden, die sich eignen für einen inklusiven Religionsunterricht oder für die Konfirmandenarbeit. Die Tagung endet mit einem „schwellenfreien“ Gottesdienst in leichter Sprache.

Workshops am Vormittag

 

1. Leichte Sprache  Einführung und Übungen

Ulrike Kahle, Referentin Inklusive Konfirmandenarbeit; Bremische Ev. Kirche

Im Workshop werden gemeinsam die Regeln für die Leichte Sprache erarbeitet und anhand verschiedener Texte umgesetzt.

2. Über Tische und Bänke…? – Elemente des Classroom-Managements

Birte Hagestedt, RPI Loccum, Dozentin für die Bereiche Förderschule und Inklusion

In diesem Workshop wollen wir uns mit den Prinzipien eines guten „Classroom Managements“ auseinandersetzen.

Im Vordergrund stehen Praxisbeipiele und Methoden zum Einstieg.

3. Inklusion und Diagnostik

Katherina Keestra, Referentin, Oldenburg

Anhand von Einschätzlisten aus den Bereichen emotionale und soziale Entwicklung und Lernen werden Ihnen Instrumente für eine fundierte Diagnostik näher gebracht..

4. Inklusiv unterrichten – herausfordernde Veränderungen wahrnehmen. Ein supervisorischer Workshop

 

Dr. Ute Beyer-Henneberger, Leiterin der ARO Aurich

Grundlage des Workshops ist die Arbeit an eigenen, konkreten Unterrichtserfahrungen mit dem Ziel, achtsam mit sich und den eigenen Ressourcen umzugehen.

5. Lernlandschaften -  eine Möglichkeit zu differenzierten Lehr-, Lernangeboten in einem inklusiven (Religions-)Unterricht

Dr. H.-J. Röhrig, Dozent für Grund- und Förderschule, PTI Rheinland

Wir lernen von- und miteinander, indem wir in einer angelegten Lernlandschaft die Lernwege der anderen kennenlernen und darüber in den Austausch kommen.

6. Ressourcenorientierter Unterricht

Ingrid Freihold, Förderschullehrerin und Fachseminarleiterin

Häufig haben sich in den Köpfen von Lehrkräften Lehrpläne, Rahmenpläne usw. breit gemacht. Wie geht es, den eigenen Blick zu verändern und das "Ich kann..." bei Schülern und Lehrkräften wieder mehr zu beachten?

7. Perspektivwechsel "Empathie und Wahrnehmung" nach Annedore Prengel


Philine Schubert, Schulleitung, Weiterbildung Inklusive Pädagogik,Universität Bremen

Annedore Prengels Methode des Erahnten Schülertagebuches ist  eine erfahrungsbezogene Methode für einen Wechsel in die Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Wir werden diese Methode als Übung zur professionellen Empathie erproben.

8. Inklusiv aufbereitete Medien

Karsten Müller, OStR, Studienleiter Medienpädagogik/Neue Medien EKKW und EKHN, Kassel

Der Workshop möchte ganz praktisch Wege aufzeigen, wie die „Neuen Medien“ einen Beitrag für eine Kultur der möglichst uneingeschränkten Teilhabe leisten können..Es werden keine technischen Vorkenntnisse erwartet

Workshops am Nachmittag

Inhalt

Referent_in

Inhaltliche Beschreibung

9. Theologisieren mit Schülerinnen und Schülern in einem inklusiven Religions- unterricht

Dr. H.-J. Röhrig, Dozent für Grund- und Förderschule, PTI Rheinland

Nach einer kurzen Einführung zur Kindertheologie erwarten Sie verschiedene Stationen, an denen Sie dem Theologisieren selber auf die Spur kommen können.

10. Inklusives Modell der Primus-Schule „Berg Fidel“

Betül Karaboga, Lehrerin für Islamische Religion,Primus Schule Münster, Modell- schule im Aufbau

In diesem Workshop lernen Sie einen Religionsunterricht mit offenem und dialogischem Charakter kennen und erhalten Einblick in die gemeinsame Arbeit einer multireligiös – philosophischen Fachschaft.

11. Gott ist die bunte Vielfalt für mich – Auf dem Weg zu einem inklusiven Religionsunterricht

Ina Medecke, Förderzentrum Elisabeth- schule

Ausgehend vom Ist-Stand des konfessionellen Religionsunterichts geht es um unterschiedliche inklusionsfähige Religionsdidaktiken. Nach der Vorstellung von Praxisbeispielen sollen eigene Unter- richtssequenzen geplant werden.

12. Inklusiver Religionsunterricht für die Sek I - am Beispiel von Heilungs- geschichten

Birte Hagestedt, RPI Loccum, Dozentin für die Bereiche Förderschule und Inklusion

Wie kann Religionsunterricht für die Sekundarstufe I so geplant werden, dass die ganz unterschiedlichen Bedarfe, Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden?

13. Inklusion an Beispielthema
„Karlinchen auf der Flucht“, Annegert Fuchshuber

Susanne von Braunmühl, PTI Nordkirche, Studienleiterin für den Religionsunterricht in der Grundschule

„Karlinchen lief weg, als Feuer vom Himmel fiel ...“ So beginnt die Geschichte von A. Fuchshuber. Ein kleines Kind flieht, allein und voller Angst. Gemeinsam werden wir ein breites Spektrum  inklusiver Zugänge zusammenstellen.

14. Inklusiv aufbereitete Medien

Karsten Müller, OStR, Studienleiter Medienpädagogik/Neue Medien im rpi der EKKW und EKHN, Kassel

Wiederholung des Workshops vom Vormittag


15. „Alle an Bord!“ – Inklusive Konfirmandenarbeit

Christine Poppe, Referentin Religionspädagogik und Medien, forum Kirche Bremen, Matthias Hempel,Konfirmandenzeit, arp Oldenburg

In der Konfirmandengruppe alle erreichen – wie soll ich das auch noch schaffen? An eigenen Beispielen und mitgebrachten Erfahrungen wollen wir Ideen und Bausteine entwickeln, die Lust machen, allein oder im Team vielfältig zu arbeiten.

16. Stimme und Bewegung, Musik im RU und in der KA

 

Birgit Wendt-Thorne,Kirchenmusikerin, Kantorat Kinder- und Jugendstimme

Wir wollen über neue und alte Lieder uns dem Thema „Singen und Bewegung“ in der Sek.I nähern und verschiedene Möglichkeiten kennenlernen, über Bewegung und Sprache ins Singen zu kommen und umgekehrt..